Die Zips
(slowakisch
Spiš)
Von der Stadt Poprad (Deutschendorf)
entlang des gleichnamigen Flusses nach Nordosten bis zur polnischen Grenze
und östlich bis zur natürlichen
Grenze
des Bergrückens Branisko erstreckt sich die Zips, slowakisch Spiš.
Es ist eine Region, die aufgrund von Zusammenschlüssen von Städten
besonders von deutschen Kolonisten geprägt wurde. Sie folgten im
11. – 13. Jh. dem königlichen Ruf, hier eine neue Heimat zu finden.
Durch Handwerk und Handel machten sie aus ehemals slawischen
Siedlungen wohlhabende Städte.
Bei vielen Städten, z.B. Kežmarok (Käsmark),
Levoča (Leutschau)
und Spišská Nová Ves (Zipser
Neudorf)
verrät der heutige slawische Stadtname noch die lautliche Angleichung an
die ehemalige deutsche Bezeichnung. 1317 bildeten auf der Grundlage der
1271 erteilten Stadtprivilegien 30 der größeren Gemeinden einen ersten
Bund der Zipser Sachsen. Anfang des 14. Jahrhunderts verkleinerte sich der
Bund zur berühmten „Provinz der 24 Zipser Städte“.
Verwaltet wurden die Kommunen nach der so genannten „Zipser
Willkür“, einem von eingewanderten Zipser Sachsen mitgebrachten und durch
die madjarischen (ungarischen) Einflüsse abgewandelten Verwaltungsrecht.
Als König Sigismund von Luxemburg 1412 wegen eines kostspieligen Kriegs in
finanzielle Schwierigkeiten geriet, verpfändete er 16 der wohlhabenden
Zipser Städte für 740.000 Kaisergulden an den polnischen König Wladislaw
II. Dieser Betrag wurde übrigens niemals zurückgezahlt.
Die Städte mussten mehr als 350 Jahre hohe Einnahmenanteile an den
polnischen Herrscher abführen und trotzdem gelang ihnen der
wirtschaftliche Aufstieg. Auch heutigen Besuchern entgeht dieser ehemalige
Reichtum nicht.
Die Zips ist eine wahre Schatzkammer besonders gotischer Kunst. Es gibt
sogar eine Gotická cesta (Gotische
Straße), gekennzeichnet mit einem
großen „G“. Kein Tourist, der an Kunst interessiert ist, sollte daran
vorbei fahren.
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