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Wanderung durch Tschechien

 

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Wanderung durch den Böhmerwald

(6) Von Železná Ruda (Markt Eisenstein) nach Srní (Rehberg)

Unterwegs im Jahre 1917
 aufgezeichnet von Harald, Felix und Wolfgang 

Donnerstag, 03.08.


Prášily (Stubenbach) → Železná Ruda (Markt Eisenstein) 20,2 km

 

Grasweiber, Baumskelette und Panzersperren

 

Um 9:30 Uhr fuhren wir mit dem Linienbus von Železná Ruda (Markt Eisenstein) in den 878 m hoch gelegenen Ort Prášily (Stubenbach). Von hier aus führte die rot markierte Wanderstrecke, vorbei am Jezero Laka (Lackensee), zurück in unseren Übernachtungsort Železná Ruda (Markt Eisenstein).
Überrascht waren wir, als wir am Ortausgang von Prášily (Stubenbach) an einem großzügig angelegten Sportzentrum mit Fußballplatz, Wanderung ab  Prášily (Stubenbach)  entlang dem rauschenden,  sogar mit kleinen Wasserfällen vorhandene Prášilský potok (Stubenbach)  Beach-Volleyball-Feld und einer Tartanbahn vorbeikamen. Eine Schulklasse war gerade dabei, eine Art „Bundesjugendspiele“ durchzuführen.


Sehr erfreulich war es, dass uns der rauschende, gelegentlich sogar mit kleinen Wasserfällen, Prášilský potok (Stubenbach) im dichten Fichtenwald begleitete.


Eine hellgrüne ca. 6 cm große Raupe am Wegesrand weckte unser Interesse und wir hätten gerne gewusst, zu welchem Schmetterling sie sich verpuppt. Leider konnten wir das Rätsel nicht lösen.

Bald wanderten wir an Waldflächen vorbei, die aus vielen umgestürzten Abgestorbene Bäume entlang des Wanderweges im Národní park Šumava”(Nationalparks Böhmerwald)und abgestorbenen Bäumen bestanden. Offenbar hatten der Orkan Kyrill und Borkenkäfer auf der Hochfläche des “Národní park Šumava”(Nationalparks Böhmerwald) ganze Arbeit geleistet.
Große Waldflächen bestanden nur noch aus erschreckend aussehenden Baumskeletten, die sich in den Himmel reckten. Im tschechischen Nationalpark werden die schwer geschädigten Waldflächen nicht aufgearbeitet, sondern ganz der Natur überlassen.


Erstaunlicherweise begegneten wir an diesem Tag sehr vielen Mountainbikern und sogar anderen Wanderern. Die Wege am ehemaligen Eisernen Vorhang sind wegen ihres kerzengeraden Verlaufs für Radfahrer geradezu prädestiniert. Kerzengerader Verlauf des Wanderweges

Immer wieder bot sich ein herrlicher Rundblick auf die umliegenden Bergrücken und bewaldeten Täler. Mehrmals war der Große Arber mit seinen zwei markanten Radarkuppelbauten (Radomen) und Skiabfahrtshängen zu erkennen.
Gelegentlich kosteten wir von den reifen Heidel- und Himbeeren am Wegesrand.
Eine Gedenktafel erinnerte an den ehemaligen Ort Horní Ždánidla (Ober-Steindlberg). Nach 1945 wurde zunächst die deutsche Bevölkerung vertrieben und danach weitere 450 Ortschaften zur Grenzsicherung zerstört. In Horní Ždánidla (Ober-Steindlberg) waren österreichische und bayerische Holzhauer angesiedelt. Die Männer arbeiteten im Wald, während die Frauen für die Kindererziehung und die Landwirtschaft zuständig waren.
Sogar von weit entfernten Wiesen mussten sie Gras in Kiepen auf dem Rücken als Futter für das Vieh heranschaffen. Sie wurden Grasweiber genannt.
Der  Jezero Laka (Lackensee)

Gegen 13:30 Uhr erreichten wir über einen Holzsteg den Jezero Laka (Lackensee), es ist ein nur 3,90 m tiefer Gletschersee aus der letzten Eiszeit. Wir hätten gerne bei dem 250 warmen Wetter im Wasser geschwommen, was jedoch verboten ist und einzig und allein den Enten vorbehalten ist.

Unglücklicherweise führten die letzten knapp 8 km zu unserem Ziel abwärts auf einer geteerten Straße. Man merkte recht bald den Unterschied zwischen Gehen auf einem sandigen Waldweg und einer harten Teerschicht.
Kurz vor dem Ortseingang Kirche in Železná Ruda, deutsch  Markt Eisensteinvon Železná Ruda
-Debrník (Deffernik) informierten uns Schautafeln über den Aufbau der tschechoslowakischen Grenztruppen ab 1948. Diese Befestigungsstelle war mit 9 Bunkern, 4 MG-Ständen, Panzersperren sowie einem Beobachtungsstand bestückt. Damit sollte ein Angriff aus dem Westen erschwert werden.

Erwähnt werden sollte auch noch, dass Filmszenen aus dem Weihnachts-Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ hier im Wald von Železná Ruda (Markt Eisenstein) gedreht wurden.

Mit dem ersten Wandertag waren wir sehr zufrieden, der Wettergott war uns hold und konditionell waren wir alle fit.

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

Unbekannte Raupe am Wegesrand. 

Unbekannte Raupe

 

 

 

 

 

Wanderung ab Prášily (Stubenbach) entlang dem Prášilský potok (Stubenbach)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Orkan Kyrill und Borkenkäfer haben im “Národní park Šumava”(Nationalparks Böhmerwald) ganze Arbeit geleistet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kerzengerader Verlauf des Wanderwegs

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Jezero Laka (Lackensee), ein Gletschersee aus der letzten Eiszeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wahrzeichen von Železná Ruda (Markt Eisenstein) ist die barocke Pfarrkirche „Mariä Hilf vom Stern“ mit Zwiebelkuppel und Zwiebelturm. 

Freitag, 04.08.
 
Prášily (Stubenbach) → Srní (Rehberg)  10,6 km

 

Bisons, Blindgänger, Ameisenhügel und ein Versöhnungstisch

 

Wie am Vortag fuhren wir morgens erneut mit dem Bus nach Prášily (Stubenbach).
Da es nachts doch stärker geregnet hatte, war es morgens bereits sehr schwül. Amerikanische Bisons beim Weriler StubenbachGlücklicherweise wurde die größte Strecke wieder in dichtem Fichtenwald gewandert. Ab und zu ging es sogar an kleinen Bächlein entlang.

Am Ortsausgang von Prášily (Stubenbach) besichtigten wir einen kleinen neu angelegten botanischen Garten. Zu unserer Überraschung weidete hier auf einer eingezäunten Wiese eine Bisonfamilie. Heute soll es weltweit nur noch 30.000 amerikanische Bisons von ehemals 30 Millionen im Jahre 1800 geben.

Im weiteren Streckenverlauf begegneten uns immer wieder kleinere Pulks von Mountainbikern, darunter auch viele Familien mit Kindern.
Sehr erstaunt waren wir über die zahlreichen Warnschilder rechts und links der Waldwege, die auf Blindgänger hinwiesen. Offensichtlich liegt hier in den Wäldern noch nicht Hoher Smeisenhügel sind eine Zeichen für die kalte Witterung im Böhmerwaldexplodierte Munition vom Panzer-Schießübungsplatz der ehemaligen tschechoslowakischen „Volksarmee“.
Ungewöhnlich waren auch die vielen größeren Ameisenhügel. Je höher ein Ameisenhügel, desto mehr Sonne kann er „einfangen“. Deshalb sind hier im kalten Böhmerwald nur hohe Hügel anzutreffen.
Nach einem längeren Abstieg erreichten wir bereits nach 10,6 km unser Tagesziel Srní (Rehberg). Der Name resultiert daher, dass es in den Wäldern offensichtlich sehr viel Rehwild gab.
Der Ort hat eine auf der Windseite geschindelte und mit einem Zwiebelturm versehene Kirche
der Hl. Dreifaltigkeit.

 

Nebenan sieht man in einem von der EU geförderten kleinen Park einen Versöhnungs-Tisch.Die mit Schindeln eingepackte Kirche in Srni (Rehberg)Wer soll an diesem Tisch sitzen?
Der Tisch stellt ein Symbol zur Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen dar.
Erfreulich ist, dass sich heute die Beziehung zwischen Deutschen und Tschechen innerhalb der EU sehr verbessert hat. Es gibt nur zurzeit ein gewisses Unverständnis über die „großzügige“ Aufnahme und Ausstattung von geflüchteten Familien im benachbarten Bayern, die aus der Sicht tschechischer Geringverdiener, wie z. B. der in der Gastronomie Beschäftigten, ohne zu arbeiten, dank Hartz-IV-Bezug über ein höheres Einkommen verfügen als sie selbst.
Auch am zweiten, etwas kürzeren Wandertag, blieben wir vom Regen verschont.

 

 

 

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

Bisonfamilie in Prášily (Stubenbach)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hohe Ameisenhügel sind im kalten Böhmerwald die Regel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kirche der Hl. Dreifaltigkeit in Srní (Rehberg).
Sie ist auf der Windseite geschindelt.
 

 

 

 

 

 

Wanderbericht: (7) Von Srní (Rehberg) nach Strážný (Kuschwarda)

 

 

  Wanderbericht: (5) Plzeň (Pilsen) und Umgebung