Teich bei Kladska (Glatzen)   Marienbad: Singende Fontäne   Musikgruppe im Karlsbad   Brunnen simpolisiert ein Engel, das Wahrzeichen in der Fahne von Pilsen   Eger-Marktplatz

Wanderung durch Tschechien

 

Home

Info
Tschechien

7. Etappe
Bilder

Übersicht Reiseberichte

Bildergalerie

Wander-
gruppe

Wanderbericht Wandersymbol für Wanderberichte

Wanderung durch den Böhmerwald

(7) Von Srní (Rehberg) nach Strážný (Kuschwarda)
Unterwegs im Jahre 1917

 aufgezeichnet von Harald, Felix und Wolfgang 

Samstag, 05.08.

Srní (Rehberg) Kvilda (Außergefild)  19,8 km

 

Promenadenweg am Wildwasser und Oldtimer-Rallye

 

Bereits beim Frühstück stellten wir fest, heute wird ein sonniger, weniger schwüler Sommertag.


Unangenehm waren die ersten 3 km, der Wanderweg war identisch mit einer stark befahrenen Landstraße, die steil hinunter ins
Údolí Vydry (Widra-Tal) führt. An dem Wasserkraftwerk Čeňkova Pila hatten wir Die Vydra (deutsch Widra)dann endlich den Wildbach Vydra (Widra) erreicht.

7,5 km führte uns dann ein breiter Waldweg unmittelbar an dem Bach entlang aufwärts in Richtung der Quelle in Modrava (Mader). Das etwa 25 m breite Bachbett besteht aus sehr kleinen bis sehr großen, ca. 30 Tonnen schweren Felsbrocken. Dadurch wird das Wasser immer wieder geteilt, aufgestaut und über Wasserfälle weitergeleitet. Beruhigend wirkt auch das Rauschen des Wassers und die Besucher haben die Möglichkeit unmittelbar auf die Felsen im Bach zu klettern.
Je weiter wir vorankamen, desto mehr Ausflügler begegneten uns. Familien mit Kleinkindern, Hunden, Pärchen und Rentner schienen heute an der romantischen Vydra (Widra) unterwegs zu sein. Der Weg an diesem Abschnitt des Flusses ist ein Höhepunkt für Wanderer im Böhmerwald.Der Gastraum der Turnerova Chata (Turner-Hütte)
Die Strecke ist für Rad- und Mountainbiker aus Naturschutzgründen gesperrt. Aber nicht alle hielten sich an diesem Tag an diese Vorschrift.
Nach 4 km erreichten wir das Gasthaus Turnerova Chata (Turner-Hütte). Die Chefs des Hauses sind 2 große Katzen, die sich von den Gästen gerne streicheln lassen. Die Turner-Hütte ist das einzige Gasthaus mit Unterkünften in der Kernschutzzone des Nationalparks Böhmerwald und nutzt diese Stellung mit für tschechische Verhältnisse „gesalzenen Preisen“.

Nach 2 weiteren Kilometern bietet sich den Wanderern von der Klostermannův Most (Klostermann-Brücke) aus ein beindruckender Blick von oben auf die Vydra (Widra). Jetzt im Sommer war der Wasserstand nicht sehr hoch, man konnte sich jedoch gut vorstellen, dass in der Zeit der Schneeschmelze aus der zahmen Vydra (Widra) ein reißender Fluss wird.

Nach der Fahrzeugbrücke Antýgl Most (Antigelhof-Brücke) und einem längeren AufstiegDer Ort Kvilda (deutsch Außergefild) im Böhmerwald erreichten wir den 1.100 m hoch gelegenen Wintersport-Ort Filipova Huť (Filippshütten).
Die letzten 3 km vor dem Ort Kvilda (Außergefild), unserem Tagesziel, waren erneut sehr unangenehm. Wir mussten nämlich auf einer sehr stark befahrenen Landstraße wandern, auf der nur wenig Platz für uns Wanderer war.
Als wir das Zentrum des 140 Einwohner zählenden Ortes Kvilda (Außergefild)
erreichten, fand gerade eine Oldtimer-Rallye statt. An der Kirche im Zentrum mussten die Rallye-Teilnehmer aussteigen und Informationen erfragen.

Da für die Rückfahrt mit dem Bus nach Srní (Rehberg) noch etwas Zeit war, genossen wir in einem Lokal das gute tschechische Bier.
 

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wildbach Vydra (Widra)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Gastraum der Turnerova Chata (Turner-Hütte)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der kleine Ort Kvilda (Außergefild) ist erreicht

Sonntag, 06.08.
Kvilda (Außergefild) Moldauquelle Bučina (Buchwald) 19,8 km

 

Grenzsicherungsanlagen und die Mutter aller tschechischen Flüsse

 

 Morgens ging es mit dem Bus erneut zurück nach Kvilda (Außergefild), das am Vortag unser Wanderziel war.
Der Ort scheint heute ein gern besuchtes Urlaubsziel vor allem für Mountainbiker und Wintersportler zu sein. Es befinden sich hier mehrere Pensionen, Hotels, Restaurants und 2 Skilifte.
Hinweistafel in der Nähe der Moldauquelle weisen auf die stark befestigte  Grenze hinAm Ende des II. Weltkriegs lebten in Kvilda (Außergefild) 1.335 Deutsche und 15 Tschechen. 1946 wurden die Deutschen vertrieben. Im Januar 1949 wurde Kvilda Grenz-Sperrbezirk und Zentrum der tschechisch-slowakischen Grenztruppen.
Im Laufe der Zeit wurde rund 2 km hinter der Staatsgrenze ein mehrfach gesicherter Sperrzaun mit Starkstrom bis zu 6.000 Volt errichtet. Bei Fluchtversuchen in den „Goldenen Westen“ kamen 95 Personen ums Leben.
Die Grenzsicherungsanlagen wurden mit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ und im Rahmen der Europäischen Zusammenarbeit beseitigt.

Vom Ort Kvilda (Außergefild) aus wanderten wir auf einem gut ausgeschilderten Weg, der nur von Wanderern und Fahrradfahrern benutzt werden darf, zur Quelle Quelltopf der "Warmen Moldau"der „Mutter aller tschechischen Flüsse“, der Vltava (Moldau). Heute am Sonntag war die Quelle des Flusses ein sehr beliebtes Ausflugsziel.
Wiederum verläuft der Waldweg auf längeren Strecken durch die Kernzone des Naturschutzgebietes Böhmerwald und damit an skelettartig abgestorbenen Bäumen vorbei.
Am eigentlichen runden Quelltopf steht eine weibliche Holzskulptur, eine Quellgöttin, die die Pramen Tepla Vltava (Quelle der Warmen Moldau) schützt.
Die meisten Besucher werfen Münzen als Glücksbringer in den Quelltopf.
Leider begann es an der Moldauquelle zu regnen und der Regen ließ Wachtturm der Grenzsicherungsanlage bei  Bučina (Buchwald)den Rest des Tages nicht mehr nach.
Nach einer weiteren Stunde war unser Übernachtungshotel in Bučina (Buchwald) erreicht. Von dem höchstgelegenen Ort Tschechiens mit seinen 26 Häusern ist heute nur noch ein Haus erhalten, das zum Hotel Alpská vyhlídka (Alpenaussicht) umgebaut wurde.
Der Inhaber des Hotels hat einen kleinen Teil der früher menschenverachtenden Grenzsicherungsanlagen für die Nachwelt nachbilden lassen. Zu sehen sind Originale wie z.B. ein Wachtturm, Postenhäuschen, Sperrzäune mit Starkstromleitungen sowie Panzersperren.

Da uns ein Mountainbiker prophezeite, dass der Regen an den Folgetagen andauert, erwarteten wir mit Sorge den nächsten Morgen.

 

 

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweistafel  bei Kvilda beschreibt die Grenzsicherungsanlage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besucher werfen Glücks-Münzen in den Quelltopf der Pramen Tepla Vltava ("Warmen Moldau-Quelle").

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Wachtturm des "Eisernen Vorhangs" bei Bučina (Buchwald)

 

Montag, 07.08.


Bučina (Buchwald) → Strážný (Kuschwarda)  17,3 km

 

Romantische Wiesen, Land der zerstörten Dörfer
und das Wappentier des Schwarzwaldes

 

Unsere Sorge vom Vortag war unbegründet.Böhmerwald: Holzbohlen fhren den Wanderweg über sumpfiges Gelände
Ein herrlicher Ausblick bei sonnigem Wetter von der Terrasse unsers Hotels „Alpská vyhlídka“ (Alpenaussicht) erzeugte bei uns „euphorische Stimmung“.
Heute führte uns das rote Wanderzeichen nicht nur durch Fichtenwald, sondern überwiegend über Bergwiesen auf einer Hochfläche entlang.
Immer wieder weideten auch größere Kuhherden auf den Wiesen, auch einige sumpfige Abschnitte mussten auf Holzbohlen überquert werden.
Eine wirklich zauberhafte, romantische Landschaft.


Mehrfach verläuft der Wanderweg unmittelbar an der tschechisch-deutschen Grenze entlang. Die weißen Grenzsteine Grenzsteine markierten die Grenze zwischen Deutschland und Tschechein.mit dem schwarzen „C“ waren von Tschechien aus gut zu erkennen.

Oberhalb eines dichten Gebüsches mit einigen großen Tannen hörten wir plötzlich die Laute von einem Auerhahn.
Auerwild scheint sich hier im Böhmischen Nationalpark ähnlich wie im Bayrischen Wald wohlzufühlen. Es steht als bedrohte Art unter strengem Naturschutz.
Auch heute führte der Weg mehrmals an kleinen Mauern und Fundamentresten von Häusern vorbei. Hinweistafeln informierten uns über die früheren Ortsnamen und deren Entstehung, die ehemalige Einwohnerzahl und wovon die Mahnmal erinnert an den zerstörten Ort und die Kirche von Fürstenhut an der böhmisch-bayrischen Grenzeüberwiegend deutsche Bevölkerung lebte: Es handelte sich um
Knížecí Pláně
(Fürstenhut). 1990 wurde versucht, den ehemaligen Friedhof wieder herzustellen,
von Horní světlé Hory (Lichtbuchet) sind nur noch Teile der Hauswand des Schulgebäudes erhalten
und Ždárek (Scheuereck) ist heute eine reine Wüstung..
Auch die Bildstöcke der ehemaligen frommen deutschen Bevölkerung stehen heute wieder zahlreich am Wegesrand trotz der sozialistischen Vergangenheit Tschechiens.
Heute begegneten uns im Gegensatz zu den Vortagen nur sehr wenige Wanderer und auch Mountainbiker.
Nach 17,3 km erreichten wir
Strážný (Kuschwarda) mit seinen asiatischen Märkten, Sex-Bars und Spielkasinos.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei sumpfigen Abschnitten verläuft der Wanderweg über Holzbohlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pozor! Státní hranice (Achtung Staatsgrenze).
Eine Grenze ohne Grenzer

 

 

 

 

 

 

Ein Gedenkkreuz erinnert daran, dass 1956 sowohl die Kirche als auch der Ort Knížecí Pláně (Fürstenhut) zerstört wurden.

 

 

 

 

Wanderbericht: (8) Von Strážný (Kuschwarda) nach Horní Planá (Oberplan)

 

 

  Wanderbericht: (6)  Von Železná Ruda (Markt Eisenstein) nach Srní (Rehberg)