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Wanderung durch Tschechien

 

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8. Etappe
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Wanderung durch den Böhmerwald

(8) Von Strážný (Kuschwarda) nach Horní Planá (Oberplan)
Unterwegs im Jahre 1917

 aufgezeichnet von Harald, Felix und Wolfgang 

Dienstag, 08.08.
 

Strážný (Kuschwarda) Nové Údoli (Neuthal) / Stožec (Tusset) 20,2 km

 

„Lila Kuh“, „Rote Köpfe“, es „fährt ein Zug nach Nirgendwo“ und der größte See Tschechiens

 

Es war doch ein ungewohntes Gefühl, das Frühstück direkt neben einarmigen Banditen und Roulett-Tischen in einem Spielkasino einzunehmen.
Der Wanderweg verläuft nach Kuschwarda zunächst durch eine Birkenallee Recht zügig war der kleine Aufstieg zum Strážný (Na Kapličce) erledigt, wo eine tschechische Jugendgruppe die Nacht auf einem sogenannten Schlafplatz, einer Wiese mit Toiletten, verbracht hatte.
Danach ging es ohne nennenswerte Auf- und Abstiege, ähnlich wie am Vortag, durch Bergwiesen und kleine Fichtenwälder. Auch Kuhherden waren erneut zu sehen. Eine „lila Kuh“ konnten wir aber nicht erkennen.
An kaum noch sichtbaren Mauerresten informierten erneut Schautafeln über die zerstörten Dörfer vertriebener Deutscher.
So an den Ort Dolní Zasov
(Unter-Zassau): Hier erschoss Václav Smejkal seinen Soldatenkollegen Milan Čepek, der einen Fluchtversuch in den Westen unternehmen wollte. Das geschah im gleichen Jahr 1968, als in der Tschechoslowakei der „Prager Frühling“ unter Alexander Dubček stattfand. Grenzübergangfpr Fzßgänger und Randfahrer  bei Nové Údolí (Neuthal) Der Aufstand wurde durch den Einmarsch von Soldaten des Warschauer Paktes im August 1968 nieder-geschlagen.
Da wir nur wenig durch Wald marschierten und es der sonnigste und heißeste Tag der gesamten Wandertour war, hatten wir alle am Abend „rote Köpfe“ vom Sonnenbrand.
Bereits gegen 13:30 Uhr erreichten wir Nové Údolí
(Neuthal).
Heute besteht dieser ehemalige Ort direkt an der Grenze zu Bayern nur aus einem Bahnhofsgebäude, einem Hotel und drei alten Zugwaggons, in denen sich ein kleines Bahnmuseum sowie ein Kiosk befinden.


Nové Údolí
(Neuthal) war auch bis zum Ende des 2. Weltkriegs eine von 259 Deutschen bewohnte Siedlung. Der Ort lag in Eingang zum Museumszug in Nové Údolí (Neuthal)dem 4 km breiten Sperrgebiet des „Eisernen Vorhangs“ und wurde deshalb 1948 zerstört, erhalten blieb nur eine Scheune.
Attraktion ist die kleinste internationale Bahnlinie der Welt. Mit einer alten, kleinen Dampflok kann man 105 m in nur 24 Sekunden von tschechischem Gebiet über eine Brücke des Údolský potok
(Ruttenbach) nach Deutschland fahren.
Hier in Nové Údolí
(Neuthal) fließt auch die Studená Vltava (Kalte Donau) von Bayern kommend nach Tschechien. Erst nach dem Zusammenfluss mit der Tepla Vltava (Warmen Moldau) spricht man von der Vltava (Moldau).

„Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“, diese Behauptung stimmt hier nicht. Die Bahnlinie wurde zwar auf deutscher Seite 1975 abgebaut, aber auf tschechischer Seite fahren erneut Züge von Nové Údolí (Neuthal) aus über Český Krumlov (Krummau) nach České Budějovice (Budweis). Seit 2017 gibt es mittags sogar eine Direktverbindung in 4 Stunden nach Praha (Prag).

Wir entschieden uns mit der Bahn nach Horní Planá (Oberplan) zu fahren. Blick aus dem Zugfenster bei Nové Údolí (Neuthal) Die Bahnlinie geht zunächst durch dichten Wald, entlang der noch jungen Moldau, die jedoch immer breiter wird zum größten See Tschechiens, dem Vodní nádrž Lipno (Lipno Stausee). Der Lipno-Stausee ist maximal 5 km breit und 42 km lang. Es ist ein kleines Freizeitparadies für Segler, Ruderer, Fischer und Ausflügler mit Personenschiffen. Außerdem wird mit dem aufgestauten See auch Strom erzeugt.

Am Abend unternahmen wir einen Bummel durch das Zentrum von Horní Planá (Oberplan). Genau gegenüber dem Geburtshaus des berühmten deutschen Dichters Adalbert Stifter fanden wir ein Restaurant mit Biergarten.

 

 Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach Strážný (Kuschwarda) verläuft der Wanderwege zunächst durch das Naturschutzgebiet Splavské rašelinště

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Grenzübergang nach Bayern bei Nové Údolí (Neuthal)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingang zum Bahnmuseum in
Nové Údolí (Neuthal)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick aus dem Zugfenster bei Nové Údolí (Neuthal)

Mittwoch, 09.08.

Jeleni (Hischbergen) Horní Planá (Oberplan)

 

Das achte Weltwunder, reger Badebetrieb und ein berühmter böhmischer Heimatdichter

 

Mit dem Taxi ließen wir uns nach Jeleni (Hischbergen) fahren. Kurz bevor wir unser Hotel verlassen hatten, hat es noch einen heftigen Regenschauer gegeben. Und auch in der Nacht hatte Petrus mehrere Male die Schleusen geöffnet.
Jeleni (Hischbergen) liegt unmittelbar am 52 km langen Schwarzenberský plavební kanál (Schwarzenbergscher Schwemmkanal). Er ist am Kanalboden 2,20 m breit und bis zu 1 m tief. Der Schwarzenberský plavební kanál (Schwarzenberger Schwemmkanal)Der Kanal wurde als technische Meisterleistung angesehen und von der Bevölkerung als achtes Weltwunder gefeiert.

Über 100 Jahre wurden ca. 8 Mio. Raummeter Holz aus dem Böhmerwald bis nach Wien „geschwemmt“. Etwa 800 Menschen waren mit dem Flößen der Baumstämme und dem Anstauen bzw. Ablassen des Wassers beschäftigt. Die Wirtschaft dieser Region wurde dadurch sehr gefördert und es entstanden zahlreiche neue Ortschaften.
Bis 1962 wurde der Kanal noch genutzt.
Zunächst besichtigten wir in
Jeleni (Hischbergen) ein kleines Museum, das über die Geschichte des Schwemmkanals und des Gründers, des Fürsten Joseph zu Schwarzenberg, informiert.
Heute führt unmittelbar an dem Schwarzenberger Schwemmkanal ein Weitwanderweg (blauer Strich) entlang, der sich bei Mountainbikern und Wanderern großer Beliebtheit erfreut.
Der Waldweg ist breit, ziemlich gerade und führt nur leicht abwärts. Bedauerlicherweise sind große Abschnitte geteert.Wanderschild am Schwarzenberger Kanal
Zu unserer großen Freude regnete es den ganzen Tag nicht mehr. Nachmittags schien wieder die Sonne recht kräftig.
Immer wieder passierten wir Holzschleusen und Holzbrücken. Auch die kleine Rosenauer Kapelle, die zu Ehren des Baumeiters des Schwemmkanals benannt wurde, lud zum Verweilen ein.
Bis zu dem Weiler
Klápa wurde der Schwemmkanal auch mit Hilfe von EU-Geldern renoviert. Ab Klápa in Richtung zur österreichischen Grenze ist das Kulturdenkmal „verlandet“ und als solches kaum noch zu erkennen.

Wir kamen zügig voran und hatten bereits gegen 14:00 Uhr das ehemalige Dorf
Huťský Dvůr (Hüttenhof) erreicht, das 15 Holzhauer, die für den Schwemmkanal arbeiteten, im Jahre 1792 kauften.
Hier erzählte uns ein deutsches Ehepaar, dass die Eltern und Großeltern des Mannes vor der Vertreibung nach dem 2. Weltkrieg in diesem Ort lebten. Heute ist der Ort eine Wüstung.

Wir „verabschiedeten“ uns vom Schwemmkanal und nach 4 km genossen wir dann die weite Aussicht über den Vodní nádrž Lipno (Lipno-Stausee), Horní Planá (Oberplan) und die angrenzenden Landzungen.
Mit einer kleinen Fähre gelangten wir dann von Bližší Lhota
(Vorderstift) nach wenigen Minuten nach Horní Planá (Oberplan).
Direkt am Fährufer befindet sich ein schöner, flacher Sandstrand mit kleinen Lokalen und sanitären Einrichtungen. Jetzt in den tschechischen Schulferien waren sehr viele Badegäste am Strand.
Für alle deutschen Touristen ist das Geburtshaus von Adalbert Stifter ein „Muss“.

Geburtshaus von Adalbert Stifter in Horní Planá (Oberplan)

 

Er lebte nur 13 Jahre als Sohn einer armen Leinweberfamilie in Horní Planá (Oberplan). Sicherlich wurde deshalb vor dem Geburtshaus ein kleines Feld mit Flachs angelegt. Im 1. Stock des Museums wird die wirtschaftliche Bedeutung des ehemaligen Flachsanbaus in dieser Region gezeigt.

 

 

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das achte Weltwunder:
der Schwarzenberský plavební kanál (Schwarzenberger Schwemmkanal)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wanderschild am Schwarzenberský plavební kanál  (Schwarzenberger Schwemmkanal)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Geburtshaus von Adalbert Stifter steht in Horní Planá (Oberplan). Es ist heute ein Museum

 

 

Wanderbericht: (9) Medvědí Stezka (Bärenpfad) von Černý Kříž (Schwarzes Kreuz) Ovesná (Haberdorf)

 

 

  Wanderbericht: (7) Von Srní (Rehberg) nach Strážný (Kuschwarda)