Wanderung durch Polen auf dem Beskiden-Hauptweg

 

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Wanderung durch die polnischen Beskiden

(4) Von Ustrzyki Górne bis Komańcza (Waldkarpaten)

Im Jahre 2012 unterwegs auf dem  Główny Szlak Beskidzki (Beskiden-Hauptweg) 

 

Montag 13.08 Brzegi Górne   →   Ustrzyki Górne                   4 h

 

 Wölfe, Nebelbank
und lange Unterhosen

 

Die Erwartungen für die nächsten Tage in den Waldkarpaten waren hoch:
 „Werden wir Wölfe sehen oder hören?“

 

Frühstück war erst ab 8:00 Uhr möglich. Deshalb konnten wir auch erst den Bus um 9:25 Uhr nach  Brzegi Górne nehmen. Der Bus war gut besetzt und etwa die Hälfte der Mitfahrer stieg mit uns aus.
Die Strecke von Brzegi Górne nach Ustrzyki Górne muss unter Wanderern eine bekannte
Route sein.
Der Wanderweg steigt  ständig nach oben und verläuft bis auf einer Höhe von 1.100 m durch Laubwald. Anschließend wandert man durch eine baumfreie Gipfellage (polnisch: połonina).
Sicht
hatten wir  an diesem Tag keine. Hatten wir beim Aufstieg permanent leichten Regen, so hörte hier oben auf der Połonina der Regen auf, aber dafür war die Landschaft in Nebel eingehüllt. Außerdem waren wir auf dem Kammweg starken kalten Nordwinden ausgesetzt. Handschuhe, Schal und lange Unterhosen wäre die adäquate Kleidung gewesen.


Sicht bestand maximal 50 m – Fotoaufnahmen waren an diesem Tag nicht möglich.
Trotzdem begegneten uns sehr viele junge polnische Wanderer, die trotz Regenwetter und Nebel bester Stimmung ware
n.

 

Unterkünfte und unsere Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von dieser Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

Nebel und starker Wind auf der baumfreien Gipfellage (połonina)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Viele Jugendliche begegneten uns auf dieser Etappe

 

 

Dienstag 14.08. Wołosate   →    Wołosate (Rundweg)               6 h

 

Kälte, Nässe und Nebelgestalten

 

Leider stimmte auch an diesem Tag die Wettervorhersage: Langer, ergiebiger Landregen war angesagt.

Die 7 km von Ustrzyki Górne nach Wołosate fuhren wir mit einem Privat-Shuttlebus, der immer dann auf dieser Strecke fährt, wenn sich genügend Passagiere eingefunden haben.

 

Am Eingang in Wołosate mussten wir an einem Kassenhäuschen den Eintritt für den Besuch des Bieszczadzki Park Narodowy  (Waldkarpaten Nationalpark) entrichten. Mehr Info....  
An diesen Kassenhäuschen gibt es auch Wanderkarten und Broschüren über den  Nationalpark zu kaufen. Erst dann konnten wir auf dem blau markierten Wanderweg den Aufstieg  zum
1.276 m hohen Sattel "Przełęcz pod Tarnica" beginnen.  
Trotz de
s schlechten Wetters waren viele Polen von Wołosate zum Gipfel des höchsten Berges der polnischen Waldkarpaten, dem 1.346 m hohen Tarnica, unterwegs. Den Aufstieg zum Gipfelkreuz, ein Metall-Kreuz zu Ehren des Papstes Johannes Paul II., ersparten wir uns, bestand doch eine Sicht von nur wenigen Metern.


Auf dem Sattel Przełęcz pod Tarnic  trafen wir auf den europäischen Fernwanderweg E8, der hier  mit dem
Główny szlak beskidzki (Beskiden Hauptweg) identisch ist.

 

Der Wind hatte inzwischen an Stärke zugenommen, an eine Rast im Freien war nicht zu denken. Wir mussten etwa 2 h auf dem Kammweg in Richtung ukrainische Grenze wandern, bis wir eine Schutzhütte fanden.
Der Wanderweg verläuft anschließend 1 ½ h unmittelbar auf einem breiten Schotterweg an der Grenze zur Ukraine entlang. Um Probleme mit den Grenzern auszuschließen, empfiehlt sich die Mitnahme von Ausweispapieren.

Durchnässt und beinahe erfroren erreichten wir die Bushaltestelle in Wołosate.


Bevor wir zurückfuhren, schauten wir uns die
Wander-Hinweisschilder im Zentrum an.
Hier in Wołosate beginnt/endet der europäische Fernwanderwerg E8, der von hier aus durch die
polnischen Karpaten – Donau – Main – Rhein – Irische See nach Südirland führt.
Ein Hinweisschild in unserem Hotel
GÓRSKI  weist auf den E8 hin (warum man das Schild nicht am Beginn des Fernwanderweges in Wołosate aufgestellt hatte, bleibt ein Geheimnis).

 

 

 


Bei schlechtem Wetter empfehlen wir diese Wanderung nicht zu unternehmen!
Bei Sonnenschein scheint es ein
e sehr empfehlenswerte Tour mit tollen Ausblicken zu sein.

Unterkünfte und Wanderstrecke             

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

Für den  Eintritt in den Nationalpark ist eine Gebühr zu entrichten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leider hatten wir an diesem Tag auf dem Kammweg keinerlei Sicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In dem Weiler Wołosate  - unmittelbar an der Grenze zur Ukraine - beginnt bzw. endet der europäische Fernwanderweg E8

 

Mittwoch 15.08. Przełęcz Wyżna Smerek (Wies)             7 h

 

 Kinderjauchzen, Schlammtour und Bodenkontakt

 

Für 8:00 Uhr war Frühstück angesagt. Aber ein polnischerr Kinderchor von etwa 40 Kindern machte uns einen Strich durch die Rechnung. Als wir wenige Minuten nach 8:00 Uhr in dem Frühstücksraum erschienen, waren bereits alle Tische besetzt.

Wir hatten an diesem Tag Zeit, fuhr doch unser Bus erst gegen 9:25 Uhr.
Da es die ganze Nacht sehr stark geregnet hatte, waren wir mit Gamaschen, Regenüberhängen (Ponchos) und Schirm ausgerüstet.

Zunächst blieb uns der Wettergott hold, der Himmel war zwar bedeckt, aber es regnete nicht.
Nach der Busfahrt von 20 Minuten zum Przełęcz Wyżna begann der Aufstieg zur Schronisko "Chatka Puchatka" na Połoninie. Unterwegs überholte uns der Hüttenwirt mit einem Quad mit Anhänger.

In der Hütte waren wir doch überrascht, wie viele Wanderer trotz des wenig aussichtsreichen Wetters anzutreffen waren. Selbst die kleine „Basia” unterhielt mit ihrem bezaubernden Lächeln und Jauchzen die Gäste.

Beim Weitermarschieren riss die Nebelwand auf und uns bot sich ein zauberhafter Blick in die Täler und auf die umliegenden Berge.
Hier oben auf dem Kammweg standen nur wenige Fichten, aber sehr viele Heidelbeersträucher. Ab der Hütte Chatka Puchatka trafen wir wieder auf die rote Markierung des Fernwanderwegs E8. Überrascht waren wir, wie viele junge Polen (vor allem Polinnen) auf dieser Wanderstrecke unterwegs waren.
Pause machten wir am Gipfel des 1.222 m hohen Smerek. Wir ahnten noch nicht, wie steil und rutschig der Abstieg unmi
ttelbar nach dem Gipfel sein würde.
Durch den vielen Regen in den letzten Tagen war der Wanderweg sehr stark verschlammt und rutschig.
Bis auf einen Mitwanderer rutschten wir mindestes ein Mal aus und landeten auf dem nassen, matschigen Boden. Auch noch so gute Stollen an den Wanderschuhen halfen nicht – Erleichterung hatte man nur mit Wanderstöcken.

Zum Schluss mussten wir noch 15 Minuten auf der Landstraße wandern, bis wir unser Tagesziel, das Hotel Carpatia Bieszczadzki im Ort Smerek, erreichten.

 

Den Tag ließen wir bei Entenbraten, Forelle oder Schweinelende mit Bubespitzle ausklingen. 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

Hüttenwirt der "Chatka Puchatka" holt mit seinem Quad Nachschub im Tal

 

 

 

 

 

 

 

 

Die kleine "Basia" unterhielt die Gäste der Hütte Chatka Puchatka

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Unterhalb vom Berg Smerek, am  Sattel: "Przełęcz Mieczysława Orłowicza",  teilen sich die Wanderwege.
Die meisten Wanderer steigen hier ab nach Wetlina.

 

Donnerstag 16.08. Roztoki Górne/ Przełęcz nad Roztokami Smerek     4 h

 

Wölfe, 3-Länder-Eck
und Vertreibung der Bevölkerung

 

Endlich ein Tag ohne Regen, zwar bedeckt, aber ab und zu ließ sich auch die Sonne blicken.

 

Morgens ließen wir uns mit einem Taxi direkt an die slowakische Grenze bei dem Ort Roztoki Górne fahren. Während der Fahrt zeigte uns der Fahrer Bilder von Wildschweinen, die von Wölfen gerissen wurden. Auch hatte er mit seinem Handy Filmaufnahmen von Hirschen in dieser Region gemacht.


Fuchs und Hase sagten sich in diesem abgelegenen Gebiet gute Nacht. Zunächst mussten wir auf dem blau markierten Weg eine 1 ½-stündige Wanderung entlang der polnisch-slowakischen Grenze unternehmen. Oben auf dem 1.101 m hohen Berg Okrąglik bot sich ein herrlicher Rundblick über die waldreichen Berge und Täler. Das 3-Ländereck zwischen Polen, Slowakei und der Ukraine lag vor uns.
Auf dem Berggipfel kamen wir mit einem polnischen Pärchen aus Posen ins Gespräch. Uns fiel auf, dass alle Polen uns bisher freundlich begegneten: Die einen boten uns Schokolade an, andere halfen uns unaufgefordert die richtige Bushaltestelle zu finden.

Am Berg 
Okrąglik war auch wieder unser rotes E8-Wanderzeichen. Nach kurzer Zeit trafen wir auf Waldarbeiter, die mit einem mit Schneeketten angetriebenen alten Militärfahrzeug Holz zu Tal fuhren. Einer teilte uns mit, er habe schon in Regensburg und auch in München gearbeitet: „Deutschland gut“, dort habe er sehr viel Geld verdient.
Mittagspause gönnten wir uns auf dem Berg Fereczata, gemeinsam mit polnischen und französischen Wanderern.

 

Der Abstieg gestaltete sich erneut schwierig. Die Pfade waren wieder völlig verschlammt und erforderten unsere volle Konzentration, um nicht (erneut) Bekanntschaft mit dem Boden zu machen. Bewährt hatten sich Gamaschen und Wanderstöcke.
Wir erreichten Smerek so früh, dass wir uns im Garten des Hot
els noch eine Stunde bräunen lassen konnten.

Der Ort Smerek wurde 1946 im Zuge der Aktion Weichsel (Mehr Info…) abgebrannt. Die vorwiegend ruthenische Bevölkerung wurde in die Ukraine deportiert. Zur Erinnerung steht  am Ortseingang seit 2008 ein Gedenkkreuz, das an dieses traurige Ereignis erinnert.

 

Unterkünfte und Wanderstrecke              

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

An der Grenze zur Slowakei beginnt der blau markierte Weg auf den Berg Okrąglik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Berg Okrąglik hat man Sicht auf die Berge der Slowakei und Ukraine.

 

 

 

 

 

 

 

 

Aufgrund des klitschigen   Lehmbodens sind  Waldfahrzeuge mit Schneeketten ausgerüstet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom Ort  Smerek auf die unbewaldeten Berggipfel  "Połonina Wetlińska"

 

 

Freitag 17.08. Rundweg um Komańcza           4 h

 

Überraschungsfeuerwerk, Insektenparadies
und die abgebrannte Holzkirche

 

Heute war der Geburtstag unseres Wanderfreundes Dirk.
Zur Überraschung von uns allen gratulierte ihm auch das Hotelpersonal mit einem Feuerwerk auf einer mit Früchten gefüllten Ananas und einer Flasche Rotwein.

Die Wanderetappe von Cisna nach Komańcza verläuft ausschließlich durch dichten Wald und beträgt 33 km. Nirgendwo entlang des Weges bestehen Übernachtungsmöglichkeiten. Deshalb hatten wir uns entschlossen bis Komańcza mit dem Bus zu fahren  und dort eine Rundtour zu unternehmen.

 

Nachdem wir unser Gepäck im Gasthof abgestellt hatten, wanderten wir auf dem europäischen Fernwanderweg E8 zunächst zum Nazarenen-Kloster. Dort wurde in einer Holzvilla der polnische Kardinal Stefan Wyszyński 1955 für ein Jahr in diese abgeschiedene Region Polens verbannt. Ein Denkmal vor dem Kloster erinnert an dieses Ereignis.


Wir setzten unsere Wanderung auf de
m E8 zum Aussichtspunkt Wahalowski Wierch. (666 m) fort.  Auf einer großen Grasfläche war gerade die Heuernte im Gange. Anscheinend wurden auf der großen Wiesenfläche keine Düngemittel aufgebracht, sodass wir Disteln, Blumen und Kräuter sahen. Ein wahres Paradies für Insekten.
Ein weiter Rundblick belohnte unseren Aufstieg.

 

Unser Rückweg führte uns, an der Straße nach Dukla  gelegen, zu einer orthodoxen Holzkirche. In Reiseführern wird diese Kirche sehr empfohlen. Uns war unbekannt, dass die Kirche 2006 vollkommen abgebrannt war und erst in den letzten Jahren wieder mit 85 % Fördergeldern aus der EU aufgebaut werden konnte.

 

Uns fiel bei der Wanderung durch Polen auf, dass nirgendwo in den Waldkarpaten Getreide angebaut wurde. Sicherlich liegt der Grund am „rauen“ Karpaten-Klima. 

Unterkünfte und Wanderstrecke

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

Geburtstagsüberraschung für unseren Wanderfreund Dirk

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Nazarenenkloster in Komańcza

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die wieder aufgebaute orthodoxe Holzkirche in Komańcza

   Anreise zu den polnischen Beskiden. Von Rzeszów bis Ustrzyki Górne (Waldkarpaten)

 

  Durch die Beskid Niski (Niederen Beskiden) Von Komańcza  bis Wysowa-Zdrój