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Wanderung durch Tschechien

 

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10. Etappe
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Wanderung durch den Böhmerwald

(10) Wanderung von Frymburk nad Vltavou (Friedberg) nach Český Krumlov (Krummau)

Unterwegs im Jahre 1917
 aufgezeichnet von Harald, Felix und Wolfgang 

Freitag, 11.08.

Lipno nad Vltavou (Lippen) Vyšší Brod (Hohenfurth)
 

Ort ohne Flair, am Tag als der Regen kam und Teufelswand am Steinernen Meer

 

Heute war die angekündigte Schlechtwetterfront eingetroffen. Deshalb fuhren wir morgens mit dem Taxi nach Lipno nad Vltavou (Lippen) und nicht,Stadtplan von Lipno nad Vltavou (Lippen) am Lippensee im Böhmerwald wie ursprünglich vorgesehen, nach Frymburk nad Vltavou (Friedberg).
Nach dem Ort Lipno nad Vltavou (Lippen) ist auch der Stausee benannt. Der alte Ort liegt versunken im See. Der neue Ort wurde unmittelbar am Ufer gebaut, mit Jacht- und Bootshafen, Hotels, Pensionen, zahlreichen Ferienwohnungen, Restaurants, einem Einkaufszentrum, Kinderspielplätzen. Der Retortenort hat alle Annehmlichkeiten, aber keine Atmosphäre und schon gar kein Flair.

Der Uferrandweg brachte uns zügig vorbei an dem Liegeplatz der Ausflugsschiffe zur 296 m langen Staumauer des Lipno-Stausees. Das angrenzende Elektrizitätswerk bietet sogar Führungen in deutscher Sprache an.
Weiter ging es dann rund 3 km am Ufer der noch recht schmalen Vltava (Moldau) entlang.
Ab dem Aufgeweichte Wege nach dem Starkregen bei der  Čertova stěna (Teufelswand)Ortseingang von
Loučovice (Kienberg) begann es heftig zu regnen und 500 m weiter auch noch zu blitzen und zu donnern. Plötzlich war der Starkregen sogar mit Hagelkörnern durchsetzt. Wir konnten uns nur noch in die Pförtnerloge einer Papierfabrik flüchten. Über eine Stunde tobte das kräftige Gewitter und der starke Regen ließ kaum nach.
Während einer kleinen Wetterberuhigung hasteten wir – immer noch im Regen – durch Wasserlachen über eine Brücke der Moldau auf unser Hotel zu. Warme Suppe und heißer Tee brachte schnell wieder gute Stimmung zurück.

Aufgrund des schlechten Wetters beschlossen wir, den Ausflug ins vorgesehene Naturschutzgebiet der 1. Kategorie, die Čertova stěna (Teufelswand) und Luč, auf den Nachmittag zu verschieben.
Die großen Felsbrocken liegen rechts der Moldau. Aufgrund der vielen Felsen wird dieses Gebiet Die Moldau im Naturschutzgebiet bei Čertova stěna (Teufelswand)auch „steinernes Meer“ genannt. Der Wanderweg verläuft jedoch links der Moldau, so dass man diesen Felsabhang mit seinen zahlreichen Felsbrocken nicht sehen kann. Eine Brücke ist leider nicht vorhanden.

Die Menschen konnten sich dies früher nur so erklären, dass der Teufel diese Felstrümmer in das Flussbett geworfen haben muss, um damit das nahe
Vyšebrodský klášter (Kloster Hohenfurth) zu überfluten. Die Arbeit sollte dann erledigt sein, wenn der Hahn dreimal kräht. Als dann wirklich der Hahn krähte und zu allem Überfluss auch noch die Kirchenglocken vom Kloster läuteten, musste der Teufel sein Vorhaben abbrechen. Damit wurde das Kloster vor einer Überflutung gerettet.

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

Stadtplan mit Umgebung von Lipno nad Vltavou (Lippen)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Starkregen standen in Loučovice (Kienberg) die Wanderwege unter Wasser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die vom Teufel in die Moldau geworfenen Felsbrocken bei Čertova stěna (Teufelswand)

Samstag, 12.08.

Vyšší Brod (Hohenfurth) Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg)

 

Zisterzienser, Paddlerparadies und ein bedeutendes Adelsgeschlecht

 

9:30 Uhr begann unsere Führung durch das Zisterzienserkloster Vyšebrodský klášter (Abtei Hohenfurth). Gegründet wurde das Kloster im 13. Jahrhundert durch Wok von Rosenberg, vom bedeutenden Geschlecht der Witigonen.


Bei der Überquerung der Vltava (Moldau)Die Stiftskriche vom  Vyšebrodský klášter (Kloster Hohenfurth) geriet er mit seinem Pferd in große Lebensgefahr und wurde durch eine göttliche Fügung vor dem Ertrinken gerettet. Zum Dank gründete er Vyšebrodský klášter (Kloster Hohenfurth).

Das Kloster verfügt über äußerst wertvolle Gemälde, eine sehr umfassende Bibliothek mit 70.000 Büchern sowie zahlreiche religiöse Skulpturen.
Die Grablegung der Adelsfamilie Rosenberg befindet sich ebenfalls hier.

Während der sozialistischen Zeit wurden die Mönche vertrieben. Nach der Wende, 1990, erhielt der Zisterzienserorden vom damaligen Präsidenten Václav Havel die Klosteranlage mit einem Teil der umliegenden Wald- und Wiesengrundstücke nebst Kunstgegenständen zurück:
2017 lebten wieder 6 Mönche in dem Kloster.Auf der Vltava (Moldau) in Vyšší Brod (Hohenfurth) waren  zahlreiche Paddler unterwegs
Eine Führung durch das Kloster ist vor allem wegen der prächtigen Bibliothek zu empfehlen.

Auf der Vltava (Moldau) in Vyšší Brod (Hohenfurth) waren bereits am frühen Morgen zahlreiche Schlauchboote, Zweier-Kajaks sowie Kanus verschiedener Größen unterwegs. Die Strecke von Vyšší Brod (Hohenfurth) über Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg) bis nach Český Krumlov (Krummau) ist die in Europa am meisten befahrene Strecke für Paddelboote. Wenn einem das Paddel ins Wasser fällt oder ein Boot umkippt, löst das bei den zahlreichen Zuschauern am Ufer große Schadenfreude aus.
Wappen des Adelsgeschlechts der Rosenberger auf einem Bildstock
Auf der 10 km langen Wanderstrecke nach Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg an der Moldau), die zunächst längere Zeit aufwärts führt, kommt man immer wieder an Bildstöcken der ehemaligen frommen, deutschen Bevölkerung vorbei. Informationstafeln weisen darauf hin, dass hier bis 1948 der Ort
Žumberk (Sonnberg) vorhanden war. Auf dem Gelände des ehemaligen Ortes werden heute amerikanische Bisons gezüchtet. Ein Bulle kann bis zu 1,5 Tonnen schwer werden.

Ein älteres Ehepaar zeigte uns stolz 2 Eimer mit frisch gepflückten Preiselbeeren. Sie wollten daraus Marmelade herstellen.
Auch mehrere Pilzsammler waren erfolgreich unterwegs.

Pilzsammlerin


Kurz vor Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg) hatten wir einen grandiosen Blick auf den Ort, auf die Moldau unten im Tal und auf die mächtige Burg oben auf dem Berg.
Der Ort ist benannt nach dem einst mächtigen und einflussreichen Adelsgeschlecht der Rosenberger (damals schmückte man sich gern mit deutschen Namen). Ihr Wappen ist eine fünfblättrige Rose auf silbernem Grund. Außer dieser Burg erbaute das Adelsgeschlecht auch die Burg in Český Krumlov (Krummau). Bereits im 13. Jahrhundert verlegte man die Residenz von der Burg Rosenberg auf die Burg Krummau.
Von unserer Unterkunft hatten wir einen Blick auf die Moldau und wir sahen eine Heerschar von Paddlern.
Besonders begeisterte, wenn die Paddler an einem Wehr mit ihrem Boot eine Rutsche hinunter sausten, Der Eingang zur Hrad Rožmberk (Burg Rosenberg) was doch einiges an Geschick verlangte. Einmal sahen wir, dass ein Paddler bei diesem Manöver aus dem Boot fiel. Ob es am Alkohol oder an der Ungeschicklichkeit lag, konnten wir nicht feststellen.
Am Spätnachmittag schlossen wir uns einer Führung durch die Hrad Rožmberk (Burg Rosenberg) per Audioguide an.
Die Burg ist mit Gemälden, Kommoden, Sekretären, Stühlen, Tischen, Waffen, Kaminen, Kronleuchtern, Glas und Porzellan ausgestattet, die aus verschiedenen Jahrhunderten stammen.

Vom Burgtor aus hat man eine gute Sicht hinunter auf den kleinen Ort Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg an der Moldau).

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Klosteranlage nebst der Stiftskirche vom Vyšebrodský klášter (Kloster Hohenfurth)

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf der Vltava (Moldau) in Vyšší Brod (Hohenfurth) waren zahlreiche Paddelboote unterwegs

 

 

 

 

 

 

 

 

Bildstock der ehemaligen deutschen Bevölkerung mit dem Wappen der Adelsfamilie Rosenberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Morgen war schon eine Pilzsammlerin erfolgreich unterwegs

 

 

 

 

 

 

Eingang zur Hrad Rožmberk (Burg Rosenberg)

Sonntag, 13.08.

Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg) Český Krumlov (Krummau)

 

Westernmusik, Camping und Drosselgassen-Atmosphäre

 

71 % Regenwahrscheinlichkeit sagte unser Wanderkollege Dirk beim Frühstück voraus, nachdem er einige Wettervorhersagen im Internet abgefragt hatte.
22 km mussten heute bis nach Český Krumlov (Krummau) gewandert werden.
Wir können jedoch nur den allgemeinen Rat erteilen: Auf Wetterprognosen ist kein Verlass. Es blieb an diesem Tag zwar glücklicherweise nur bewölkt, aber ohne Regen.
Blick von der Hrad Rožmberk (Burg der Rosenberger) auf den Ort


Nach dem steilen Aufstieg zur Hrad Rožmberk (Burg der Rosenberger), genossen wir erneut die tolle Aussicht auf Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg) und die Vltava (Moldau). Auch jetzt schon kurz nach 9:00 Uhr waren schon wieder Schlauchboote und Kajaks auf der Moldau in Richtung Český Krumlov (Krummau) unterwegs.
Leider führte der Fernwanderweg heute über viele geteerte Strecken auf Nebenstraßen entlang. Bergwiesen und kleine Wäldchen wechselten sich ab. Ab zu sahen wir auch Rinder und zweimal größere Pferdeherden. Die Dörfer, die auf unserer heutigen Strecke lagen, machten auf uns einen sehr armseligen Eindruck.
Anlegestelle für Paddelboote am Westernimbiss "Country Občerstvení" Nach rund 7 km hörten wir plötzlich Western- und Countrymusik am Ufer der Moldau.
Beim Näherkommen sahen wir einen
"Country Občerstvení" (Country-Imbiss) mit Sitzgelegenheiten. Würste und auch Fleisch wurden gerade geräuchert (wobei uns nicht klar war, warum die Würste in der Räucherkammer vollkommen schwarz aussahen). Durch die Musik und den Räucherduft angelockt, legten immer mehr Boote an.

Im weiteren Verlauf der Tour kamen wir beim Kemp
Branná an einem sehr großen Campingplatz mit Zelten und Hütten vorbei. Bei einer Kapazität von 1.800 Zelten ist der Campingplatz für Einsamkeit Suchende nicht geeignet.
Nachdem wir einen Aufstieg bewältigt hatten, gönnten wir uns eine längere Mittagspause. Diese Region ist die am zweitwenigsten bevölkerte von ganz Tschechien. Grund dafür dürften die wenig vorhandenen Arbeitsplätze und auch der landwirtschaftlich schlecht nutzbare Boden sein.Wirtshausschild von unserem Hotel Konvice in Český Krumlov (Krummau)
Ab und zu tauchten kleine Weiler auf. Nicht alle Häuser waren bewohnt.
Etwa 4 km vor
Český Krumlov (Krummau) hatten wir zum ersten Mal Aussicht auf die höher gelegenen Teile der Stadt.
Die restliche Wegstrecke bis ins Zentrum war dann noch einmal für uns sehr anstrengend, da es nur auf Landstraßen voran ging.
Während in der Vorstadt kaum Menschen zu sehen waren, verwandelte sich die Szene schlagartig in der Altstadt von Český Krumlov (Krummau). Menschengruppe auf Menschengruppe schob sich auf dem Kopfsteinpflaster entlang. Auffallend waren die vielen Südkoreaner, wird doch der kleine Ort jährlich von 1 Million Touristen einschließlich der Tagesgäste besucht. Außer Koreanern sind hauptsächlich Österreicher und Deutsche anzutreffen.

Wenige Schritte vor unserem Hotel hatten wir auf einer Aussichtsplattform einen schönen Blick auf das Burg- und Schlossensemble, den Schlossturm, die 2 großen Kirchen und die unter uns fließende Vltava (Moldau).
Beim abendlichen Spaziergang zu einem Lokal direkt an der Moldau herrschte ein Rummel wie in der Drosselgasse zu Rüdesheim.Schlossblick am Abend

 

 

 

 

Weitere Bilder von der Wanderung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick von der Hrad Rožmberk (Burg Rosenberg) auf den Ort Rožmberk nad Vltavou (Rosenberg an der Moldau)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anlegestelle beim "Country Občerstvení" (Country-Imbiss)

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirtshausschild unseres Hotels Konvice in Český Krumlov (Krummau)  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Schloss von Český Krumlov (Krummau)  am Abend

 

 

 

Wanderbericht: (11) Český Krumlov (Krummau) und Wanderung auf den Kleť (Schöninger)

 

 

  Wanderbericht: (09)  Medvědí Stezka (Bärenpfad) von Jelení (Hirschbergen) nach Ovesná (Haberdorf)